Becoming Vulnerable - Ambivalenzen der Solidarität

Ringvorlesung

Winter Semester 2022/2023

In Planung

​​In der aktuellen Debatte, die auch als "Historiker*innenstreit 2.0" bezeichnet wird, prallen scheinbar unvereinbare lokale und transnationale Erinnerungsdiskurse zu genozidaler Gewalt, Rassismus und Antisemitismus aufeinander. Anlass der gegenwärtigen Kontroverse sind einerseits Antisemitismusvorwürfe gegenüber dem postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe; andererseits die deutsche Übersetzung der Monografie von Michael Rothberg, welche die Verbindungen zwischen Holocaust- und postkolonialem Gedächtnis besonders hervorhebt.
Die Ringvorlesungen widmen sich den kontroversen Beziehungen zwischen Antisemitismus und Kolonialrassismus sowie den damit verbundenen Erinnerungsdiskursen: Ausgangspunkt ist der Befund, dass vor allem die deutsche Forschung Antisemitismus und Kolonialrassismus/Postkolonialismus lange getrennt voneinander untersucht hat, woran sich konkurrierende Gedächtnisdiskurse anschlossen und institutionalisierten.
Diese Entwicklungen gilt es zu rekonstruieren, deren spezifische Leistungen zu würdigen und im Rahmen ethischer Überlegungen über den Topos der Verwundbarkeit zu verorten. Die Veranstaltungen möchten dazu beitragen, neue Theoretisierungen und Formen wechselseitiger Solidarisierungen zu ermöglichen.